Dienstag, 21. November 2017 · 09:09

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Kleines ABC

Abkürzungen

CS Concours de saut (Springen)
CD Concours de dressage (Dressur)
CA Concours d’attelage (Fahren)
-I International
-O Officiel (mit Teamwertung – nur ein Veranstalter pro Land/Jahr)
-W Weltcup
1*/2*/3*/4*/5* Schwierigkeitsgrad und/oder Kategorie
Beispiel Basel
CSI5*
Concours de saut International. Internationales Springreit-Turnier der Kategorie 5* (Preisgeld mindestens 500'000 Franken).

Sternsystem

Im Springen wird ein CSI, also ein internationales Springreitturnier, gemäss ausbezahltem Preisgeld in einem Sternsystem kategorisiert und zwar wie folgt:

1* = Preisgeld: max. 49’999 Franken
2* = Preisgeld: 50’000 bis 149’999 Franken
3* = Preisgeld: 150'000 bis 249'999 Franken
4* = Preisgeld: 250'000 bis 499'999 Franken
5* = Preisgeld: ab 500'000 Franken

Verbände

SVPS
Der Dachverband aller Schweizer Reitvereine sowie Regional- und Zuchtverbände ist der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) mit Sitz in Bern.

FEI
Der SVPS ist dem Internationalen Dachverband angeschlossen. Es ist dies die «Fédération Equestre Internationale» (FEI) mit Sitz in Lausanne. Aktuell präsidiert wird die FEI von Prinzessin Haya bint al-Hussein von Jordanien.

Art der Prüfungen

Die Springprüfungen werden je nach ihren Teilnahmebestimmungen und ihrem Schwierigkeitsgrad in verschiedene Kategorien wie zum Beispiel Wertung A oder C oder auch Spezialprüfungen wie Equipenspringen, Punktespringen oder Barrierenspringen unterteilt.

Wertung A
In den Prüfungen nach Wertung A werden alle Springfehler, die ein Konkurrent begeht, mit einer bestimmten Anzahl von Strafpunkten (im Normalfall 4) belastet. Die Konkurrenten werden nach Anzahl der Strafpunkte klassiert. Weisen mehrere die gleiche Anzahl Strafpunkte auf, so werden sie, je nach Art der Prüfung, wie folgt klassiert:

  • ex aequo (Wertung A ohne Zeitmessung)
  • nach ihrer Zeit (Wertung A mit Zeitmessung)
  • nach dem Resultat eines oder mehrerer Stechen (Wertung A mit Stechen)

Wertung A mit Zeitmessung
Bei gleicher Punktezahl entscheidet die bessere Zeit über die Klassierung.

Wertgun A mit Stechen
Prüfungen, bei denen Konkurrenten, die punktegleich an der ersten Stelle stehen, zu einem Stichkampf (Stechen) anzutreten haben. Für die Stechen gelten die gleichen Regeln wie für den Normalparcours. Sie führen über eine reduzierte Anzahl erhöhter oder verbreiteter Hindernisse des Normalparcours.

Wertung C
Bei Prüfungen nach Wertung C werden die Fehler in Zeitzuschläge umgewandelt:
In der Regel zwischen 3 und 4 Sekunden.

Progressives Punktespringen
Diese Prüfung wird über mindestens sechs, maximal zehn Hindernisse ausgetragen, die in vorgeschriebener Reihenfolge zu springen sind. Jedes Hindernis erhält die seiner Nummer entsprechende Punktzahl. Der sich von Hindernis zu Hindernis steigernde Schwierigkeitsgrad wird ausschliesslich durch die Bauart erreicht. Pro fehlerfrei überwundenes Hindernis erhält der Konkurrent die entsprechende Punktzahl gutgeschrieben. Bei einem Stangenfehler gibt es keine Gutschrift aber auch keinen Abzug der Punkte.

Equipenspringen
Bei dieser Prüfung bilden zwei oder mehrere Reiter eine Equipe.
Die Prüfung kann wie folgt durchgeführt werden:

  • jeder Reiter absolviert seinen Parcours einzeln, die Resultate aller Reiter einer Equipe werden addiert
  • mit Ablösung innerhalb einer Umzäunung oder durch Übergabe einer Reitpeitsche oder Stafetten-Stabes

Verweigerung/Ungehorsamkeit bei internationalen Springen

Wertung A
Erste Verweigerung = 4 Strafpunkte
Zweite Verweigerung = Ausschluss
Gilt auch für das Ausbrechen (am Sprung vorbeirennen) des Pferdes.
Gemäss Parcoursplan nicht vorgesehene Volte (Kreis) = 4 Strafpunkte

Wertung C
Erste und zweite Verweigerung = Zeitverlust (international zweite Verweigerung = Ausschluss)

Sturz
Jeder Sturz, der sich zwischen dem Glockenzeichen und dem Ziel ereignet, führt zum Ausschluss.

Verreiten
Bedeutet in beiden Fällen den Ausschluss des Konkurrenten:

  • Wenn ein falsches Hindernis gesprungen wird
  • Wenn ein Hindernis von der falschen Richtung aus gesprungen wird

Korrigiertes Verreiten (ohne Springen eines falschen Hindernisses) gilt als Ungehorsamkeit und wird bestraft.

Überschreiten der erlaubten Zeit (Wertung A)
Pro 4 Sekunden oder angebrochene 4 Sekunden im Normalparcours, im Stechen 1 Strafpunkt pro angebrochene Sekunde

Parcours

Der Parcours ist der Weg, den ein Reiter in den Prüfungen zurückzulegen hat. Der Parcours ist durch Fanions gekennzeichnet. Er beginnt am Start, führt in der vorgeschriebenen Reihenfolge über die Hindernisse und durch eventuell obligatorische Durchgänge bis ins Ziel. Zur Freigabe des Starts ertönt die Glocke, wobei der Reiter 45 Sekunden Zeit hat, die Startlinie zu überqueren, ansonsten beginnt die effektive Parcourszeit zu laufen, bevor er die Startlinie überschritten hat. Die Glocke dient zur Verständigung zwischen der Jury und dem Konkurrenten auf dem Platz während dem Parcours.

Parcoursplan
Ein genaue Aufzeichnung, der alle Einzelheiten des Parcours enthält:

  • die Ziel- und Startlinie
  • die zu springenden Hindernisse
  • obligatorische Durchgänge
  • die Wertung der Prüfung
  • die Länge des Parcours
  • die erlaubte Zeit
  • die Hindernisse für das Stechen
  • den Vermerk «geschlossen» bei geschlossenen kombinierten Hindernissen
  • alle besonderen Bestimmungen, die sich auf den Parcours beziehen (zum Beispiel erlaubte Volten)
  • den verantwortlichen Parcoursbauer sowie die Delegierten für die Parcourskontrolle
  • Nummer, Kategorie und Wertung der Prüfung

Parcoursbesichtigung
Nach der Freigabe durch die Jury dürfen die Konkurrenten den Parcours besichtigen. Die Besichtigung findet ausschliesslich vor Beginn der Prüfung statt, auch bei Prüfungen mit Stechen. Nach einer Zeit von mindestens 15 Minuten haben die Konkurrenten den Parcours auf ein Zeichen der Jury wieder zu verlassen.

Erlaubte Zeit
In allen Prüfungen mit vorgeschriebener Minimalgeschwindigkeit müssen die Konkurrenten den Parcours in der erlaubten Zeit durchreiten. Die erlaubte Zeit ist abhängig von der Parcourslänge und wird auf dem Parcoursplan durch den Parcoursbauer vermerkt. Reiter, welche die erlaubte Zeit überschreiten, erhalten gemäss Art und Wertung der Prüfung Strafpunkte.

Fanions
Weisse und rote Fanions (kleine dreieckige Plastikfahnen) werden verwendet, um folgende Punkte im Parcours zu bezeichnen:

  • Start
  • Begrenzung der Hindernisse
  • allfällige obligatorische Durchgänge
  • Ziel

Die Fanions werden so angeordnet, dass die roten rechts und die weissen links der zu passierenden Punkte des Parcours stehen. Sie markieren so die Richtung, in der die Hindernisse und die obligatorischen Durchgänge passiert werden müssen.

Hindernisse

Je nach Aufbau und Abstand der Einzelhindernisse unterscheidet man die folgenden Hindernisarten:

Steilsprünge
Mauer, Tor, Brüsseler, Stationata

  • Gebaut aus einem Element
  • Verlangt vom Pferd einen Sprung in die Höhe

Weitsprünge
Wassergraben

  • Verlangt vom Pferd einen Sprung in die Weite

Hochweitsprünge
Tripel-Barre, Oxer

  • Gebaut aus hintereinander aufgebauten Elementen, die ein Ganzes bilden
  • Verlangt vom Pferd einen Sprung in die Höhe und in die Weite

Kombinierte Hindernisse
Verlangen zwei oder mehrere Sprünge

  • Ersichtlich auch aus Nummerierung, z.B. 3a/3b/3c
  • Ein doppeltes, drei- oder mehrfaches Hindernis besteht aus zwei, drei oder mehreren Einzelhindernissen, die in einem Abstand von höchstens 12 Metern voneinander entfernt stehen und wenn zwei, drei oder mehrere aufeinanderfolgende Sprünge erfolgen.
  • Wenn das Pferd ein Einzelhindernis innerhalb einer Kombination verweigert, müssen alle Hindernisse der Kombination (auch die schon gesprungenen) wiederholt werden.


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21.11.2017
09:00 Uhr MEZ