Sonntag, 22. Juli 2018 · 05:14


Sport: LONGINES CSI BASEL News

Schweizer Doppelsieg im GP von Basel

Die Schweizer Springreiter sind im Longines Grand Prix am CSI5* Basel über sich hinausgewachsen. Martin Fuchs mit Clooney und Werner Muff mit Daimler feierten in der mit 330'000 Franken dotierten Hauptprüfung einen Doppelsieg. Der GP-Fluch, der auf den Schweizern lastete, ist gegen hochkarätige Gegnerschaft besiegt worden. Im neunten Anlauf hat es für die einheimischen Reiter erstmals geklappt. Nie zuvor glückte den Schweizern ein GP-Erfolg in Basel - und nun gleich ein Doppelsieg. Fuchs und Muff verwiesen in der Siegerrunde, die 15 Paare erreichten, den ebenfalls fehlerlosen Franzosen Simon Delestre mit Chesall auf den dritten Platz. Martin Fuchs aus Wängi strich einen Check von 100'000 Franken ein. Werner Muff aus Seuzach, der schon das Championat von Basel am Freitag gewonnen hatte, durfte 75'000 Franken in Empfang nehmen. Die beiden werden die Schweiz am kommenden Wochende am Weltcupturnier in Leipzig vertreten. Mit dem ebenfalls makellosen Jurassier Alain Jufer auf Casall (8.), Niklaus Rutschi mit Cardano (9.) und Pius Schwizer mit About A Dream (13.) ritten drei weitere Schweizer ins Preisgeld. Die Schweizer stellten in Basel -im Gegensatz zum CSI Genf - die überragende Nation.

Zwei Schweizer auf dem Podest

Der Niederländer Harrie Smolders verhinderte im Preis des Grand Hotel Les Trois Rois einen Schweizer Doppelsieg. Hinter dem derzeit überragenden EM-Zweiten mit Capital Colnardo nahmen Janika Sprunger mit Ninyon und Werner Muff mit Pollendr die weiteren Podestplätze ein. Sechs Paare stiessen nach einem kniffligen Initialparcours ins Stechen der mit 50'000 Franken dotierten Hauptprüfung vor. Und sie ritten mit Vernunft und Kalkül und wurden für ihre schlaue Taktik belohnt. "Mein zweiter Platz mit Ninyon kommt unerwartet", meinte Janika Sprunger. "Der Hengst sprang noch nicht so oft auf diesem Niveau. Er ist eine echte Verstärkung in meinen Beritt." Werner Muff, grandioser Sieger nach dem Kamikaze-Ritt mit Daimler am Freitag im Championat von Basel, war diesmal mit Platz 3 sehr zufrieden: "Ich hatte mit Pollendr ein gutes Gefühl. Er ist kein Pferd fürs Stechen. Deshalb wollte ich lieber sauber und sicher reiten. Smolders war nicht zu schlagen." Der Niederländer hat einen grossartigen Lauf in den letzten Monaten. Er gewann in Doha den Final der Global Champions Tour und über eine Million Preisgeld, stiess auf Platz zwei der Weltrangliste vor und siegte im Dezember schon im GP von Genf und im Weltcupspringen in Mechelen.

Martin Fuchs schnellster «Jäger»

Füchse sind Jagdspezialisten. Sowohl im Tioereich als auch im Springreitsport. Diese Tradition hielt Martin Fuchs aufrecht. Der 25-jährige Zürcher aus Wängi war im Zeitspringen mit Dubai du Bois Pinchet nicht zu bremsen. Er sorgte in Basel bereits für den vierten Schweizer Sieg. Fuchs, der im vergangenen Jahr eine Million Franken an Preisgeld gewann, verwies mit seinem fehlerlosen Temporitt den Deutschen Felix Hassmann auf Brazonado mit einem Vorsprung von über einer Sekunde auf den Ehrenplatz. Erneut vermochte sich auch der 20-jährige Neuenburger Bryan Balsiger auszuzeichnen. Mit Poppée de Damwil realisierte er nach einer schnellen Passage und engen Wendungen als Vierter seine bereits vierte Klassierung in Basel. Vorjahressieger Philipp Züger aus Galgenen blieb mit seinem Schimmel-Hengst Castus ebenfalls ohne Fehler, war aber über den eckigen Kurs mit 12 Hindernissen, zu wenig schnell. Es blieb für den Schwyzer Rang sechs. Seit vergangenen Mai reitet Fuchs die neunjährige Dubai du Bois. "Die Stute ist eine Kämpferin, speziell und schwierig zu reiten", bemerkte Fuchs, "und je hektischer sie wird, umso schneller ist sie." Es war bereits der dritte Sieg von Martin Fuchs in einem Weltranglistenspringen mit der Belgien-Stute. Ende November gewann er den Grand Prix am Zweisterne-Turnier im slowakischen Samorin und am CSI Genf im Dezember das grosse Jagdspringen.

Amateur-Krone an Saskia Kobe

Der mit 25'000 Franken dotierte Amateurfinal am CSI Basel war an Spannung kaum zu überbieten. Zwei Hundertstel entschieden schliesslich für die Norddeutsche Saskia Kobe mit ihrer Holsteiner-Stute Mas que Nada und gegen den in Vinovo bei Turin ansässigen Belgier Ignace Philips mit seinem Schimmel Carla Colesta. Der Gatte der Schweizer Kaderreiterin Jane Richard Philips wies seinerseits nach der Barrage über sieben Hindernisse nur 12 Hunderstel Vorsprung auf den bestklassierten Schweizer, Reistallbesitzer Stefan Meierhans aus Uster mit Alinca de Etang, auf. Am Sieg schnupperte auch der Solothurner Felix Graf mit Alesia de la Cense. Er verspielte seine Chance auf das stattliche Sieggeld von 6250 Franken wegen nicht idealer Distanz am letzten Sprung.

Werner Muff brach den Bann

Der Seuzacher Werner Muff hat den Bann gebrochen. Als erster Schweizer gewann der Reiter vom Heimenstein eine Hauptprüfung am CSI Basel. Im Stechen des Championats von Basel nahm Muff mit Daimler volles Risiko und wurde belohnt. Der 44-jährige Muff verschenkte in der Barrage über sieben Hindernisse mit seinem zehnjährigen Holländer Daimler keinen Zentimeter und war im Ziel 0,63 Sekunden schneller als der ebenfalls forcierende Belgier Olivier Philippaerts mit Legend of Love. Den Gewinn der Goldenen Trommel von Basel und der Siegcheck über 18'750 Franken hat sich der gebürtige Luzerner mit seiner feinen Leistung verdient. Auch Pius Schwizer vermochte mit der erst neunjährigen Stute About a Dream zu überzeugen. Ohne das Letzte von seinem unerfahrenen Pferd zu fordern, reihte er sich fehlerlos auf Rang 5 ein. Als schnellster Reiter mit vier Punkten in der Entscheidungsrunde klassierte sich der Weltcupzweite Romain Duguet mit Twentytwo des Biches als Siebter. Der eingebürgerte Franzose scheiterte am Aussprung der Zweierkombination. Neun der 56 gestarteten Paare stiessen in die Barrage vor. Hauptklippe des Initialkurses bildete die Dreierkombination am Schluss des Parcours. Auch die Zeit war knapp bemessen. 26 Teilnehmer verzeichneten deswegen Strafpunkte.

Schwizer wiederholt Vorjahressieg

Pius Schwizer ist ein Gambler. Er hat am CSI Basel erneut den besten Joker gespielt. Der Schweizer Meister gewann nämlich wie im Vorjahr das für die Weltrangliste zählende Jokerspringen souverän. Während der Oensinger im Vorjahr mit Leonard de la Ferme siegte, triumphierte er diesmal mit seinem Meisterpferd, dem Oldenburger Balou Rubin. Drei Sekunden und mehr nahm der Routinier seinen Gegnern ab und sicherte sich 7500 Franken Sieggeld. Die Ehrenplätze belegten der Franzose Aldrick Cheronnet mit Atlantys und der Brasilianer Yuri Mansur mit Tinkerbell. Ins Geld nach fehlerlosen Kursen, die wie alle Parcours der Deutsche Frank Rothenberger konzipiert hatte, ritten auch Paul Estermann (7. mit Curtis Sitte) und die grippegeschwächte Schwyzerin Annina Züger (10. mit Canaro). Für einen französischen Doppelsieg waren im ersten Weltranglitenspringen am Freitag vor 6000 Zuschauern Olivier Robert mit Forest Gump und der frühere Europameister Roger Yves Bost mit Pegase verantwortlich. Alain Jufer, der Sieger des Starttages in der Eröffnungsprüfung, belegte mit Sasmira den dritten Rang vor Olympiasieger Steve Guerdat mit seiner neunjährigen französischen Nachwuchshoffnung Venard de Cerisy.

Nur Ehning schneller als Balsiger

Der erfahrene deutsche Stilist Marcus Ehning (44) weiss, wie es geht. Erstmals gewann der dreifache Weltcupsieger am CSI Basel ein grosses Springen. Sein Franzosen-Wallach Prêt à Tout war zu allem bereit und für alle viel zu schnell. Ehning ritt mit dem Pferd der Frauenfelderin Ruth Krech wie gewohnt rasant und präzis und war um über zwei Sekunden schneller als sämtliche Gegner. Für die erfreuliche Überraschung sorgte allerdings der 20-jährige Neuenburger Bryan Balsiger. Mit Clousot de Lassus drückte der Europameister der Jungen Reiter aufs Tempo, blieb fehlerfrei und landete auf dem ausgezeichneten zweiten Platz.    Spitzenplätze belegten auch andere Schweizer ab, obwohl der Weltcup-Zweite Romain Duguet von Sherazade stürzte, aber unverletzt blieb. Martin Fuchs wurde beim ersten grossen Test auf dem vorsichtigen Cool and Easy, den ihm der Thurgauer Unternehmer Paul Bücheler erst seit wenigen Wochen zur Verfügung stellt, Vierter. Die Baselbieterin Janika Sprunger überzeugte mit einer schnellen Passage auf Aris als Fünfte Und auch Edwin Smits mit Dandiego, Paul Estermann mit Lord Pepsi und Jane Richard Philips auf Dieudonne de Guldenboom blieben makellos.

Emanuele Gaudiano zum Dritten

Zum dritten Mal in Folge hat der italienische Carabiniere Emanuele Gaudiano das erste Weltranglisten-Springen in Basel gewonnen. Im Sattel seiner Stute Carlotta, mit der er schon im Vorjahr triumphiert hatte, verwies er seine Konkurrenz deutlich auf die Ehrenplätze. Bester Schweizer war erneut Bryan Balsiger. Die grösste Schweizer Nachwuchshoffnung startete mit der bereits 15-jährigen Fuchsstute Poppée de Damvil als 59. und Vorletzer und landete nach einem fehlerlosen und klugen Ritt auf dem 4. Platz. Auch Pius Schwizer, Martin Fuchs, Niklaus Schurtenberger, Werner Muff, Annina Züger, Edwin Smits und Niklaus Rutschi vermochten sich nach fehlerlosen Pasagen zu klassieren.  Bereits der Start zum 9. CSI in der St. Jakobshalle verlief für die einheimischen Reiter hervorragend. Die Eröffnungsprüfung wurde eine Beute des Jurassiers Alain Jufer mit der Stute Samira. Der Bereiter bei Pferdehändler Gian-Battista Lutta in Lossy verwies den niederländischen Weltranglistenzweiten Harrie Smolders auf Corrada deutlich auf den Ehrenplatz.

Unfall in der Amateur-Tour

Ein bedauernswerter Vorfall ereignete sich am CSI-Starttag in der zweiten Prüfung der Amateur-Tour. Nach einem Vorkommnis am sechsten Sprung verletzte sich die Hannoveranerstute Gleen Love von Reiter André Jufer und Besitzerin Claudia Landwerth. Laut Tierärztin Daria Stöcker zog sich das Pferd eine "akut hochgradige Lahmheit" an einem Bein zu. Es besteht der Verdacht auf eine Fraktur. Zur genauen Anklärung wurde das Pferd ins Tierspital Zürich überführt.


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22.07.2018
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